03. Dezember: Menschen mit Behinderung

Insbesondere wenn Du bisher wenig mit Behinderungen in Kontakt gekommen bist, stellst Du Dir vielleicht die Frage: Darf ich behindert sagen? Ja natürlich, denn es ist kein Schimpfwort! Warum es besser ist, statt von Behinderten von Menschen mit Behinderung zu sprechen, erzähle ich Dir hinter Türchen Nummer 3.


Die Definition von Barrierefreiheit bezieht sich auf Menschen mit Behinderung. Früher wurde stattdessen häufig von Behinderten gesprochen. Dadurch wurde eine Gruppe vielfältiger Menschen auf ein einziges Merkmal reduziert: die Behinderung. Dass es nicht „die“ Behinderung sondern eine Vielzahl verschiedener gibt, fiel dabei ebenfalls unter den Tisch.

Doch was ist eigentlich eine Behinderung? Das, was am ehesten einer feststehenden Definition entspricht, steht im Sozialgesetzbuch. Dort heißt es:

Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können. Eine Beeinträchtigung nach Satz 1 liegt vor, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht.

§ 2 Abs. 1 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch – SGB IX

Die Menschen stehen immer im Vordergrund.

Nutze daher statt verallgemeinernder Begriffe, wie zum Beispiel „die Blinden“, lieber Bezeichnungen mit dem Fokus auf das Mensch-Sein: blinde und sehbehinderte Menschen.

Das Wichtigste ist aber: Sprich mit den Menschen. Frage sie, wie sie sich selbst bezeichnen oder bezeichnet werden wollen. Viele Autist:innen stehen der Bezeichnung „Mensch mit Autismus“ zum Beispiel stark ablehnend gegenüber. Mehr dazu und zu weiteren Begriffen rund um das Thema Behinderung findest Du im Glossar der Leidmedien.