Nachhaltig geht nur barrierefrei

Kaum ein Wort wird derzeit so inflationär benutzt wie „nachhaltig“. Kleidung, Unternehmensentwicklung, Städtebau: alles soll nachhaltig sein. Und das ist ja auch richtig so. Als Gesellschaft können wir uns im Anblick der globalen Krisen keine Lösungen mit kurzer Lebensdauer mehr leisten.

Auch in der Architektur geht der Trend immer mehr in Richtung Nachhaltigkeit. Ökologische Baustoffe wie Holz, Lehm und Hanf sowie traditionelle Bauweisen gelten nach den grauen Jahren des Betons wieder als hip und modern. Selbst das Streben zum Himmel wird durch Hochhäuser aus Holz nachhaltiger.

Die Betonung liegt hierbei auf dem nachhaltig-er. Natürlich spielt die Materialauswahl eine große Rolle. Heutzutage werden nicht mehr nur die reinen Baukosten betrachtet, sondern im Rahmen der Lebenszykluskosten auch jene, die mit Instandhaltung, Abbruch und Entsorgung eines Gebäudes anfallen.

Ein wichtiger Punkt wird aber sträflich vernachlässigt: ein Gebäude voller Barrieren ist nicht nachhaltig. Was bringt mir ein modernes Holzhaus mit flexibler Raumaufteilung, wenn es nicht barrierefrei zugänglich ist? Welche Perspektive hat ein öffentliches Gebäude, wenn es für eine alternde Bevölkerung nicht uneingeschränkt nutzbar ist?

Nachhaltigkeit bedeutet, etwas jetzt richtig zu machen. Wer jetzt nachwachsende Rohstoffe verwendet, muss später nicht mit den hohen Abbruch- und Entsorgungskosten von Stahlbeton kalkulieren. Wer jetzt barrierefrei plant und baut, muss zukünftig keine aufwändigen Anpassungen durchführen. Das gilt auch außerhalb des Bauens: Wer eine App von Anfang an barrierefrei programmiert, muss (anders als Clubhouse) nicht umfangreich nacharbeiten.

Wer echte Nachhaltigkeit will,
muss Barrierefreiheit konsequent mitdenken.

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