07. Dezember: Bildbeschreibung

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Aber kannst Du das Bild auch mit wenigen Worten beschreiben? Denn nur durch einen Alternativtext können blinde und sehbehinderte Menschen dieselben Informationen wie sehende Nutzer:innen erhalten. Die 3 notwendigen Schritte dafür verstecken sich hinter Türchen Nummer 7.


Ein Internet ohne Bilder? Unvorstellbar! So gut wie jede Website ist voll davon. Viele Inhalte auf Social Media arbeiten zudem mit einer Vielzahl visueller Informationen. Doch leider werden insbesondere blinde und sehbehinderte Menschen vom Zugang zu diesen Informationen ausgeschlossen.

Während Texte mittels Screenreader problemlos vorgelesen werden können, funktioniert das bei Bildern nicht automatisch. Nur wenn ein Alternativtext bzw. eine Bildbeschreibung hinterlegt ist, können visuelle zu akustischen Informationen werden. Oder anders gesagt: nur so können Bilder vorgelesen werden.

Damit auch Deine Bilder und Fotos barrierefrei zugänglich werden, folge einfach den folgenden drei Schritten:

Schritt 1: Frage Dich selbst: Was ist Mir wichtig?

Hinterfrage, was Du mit diesem Bild sagen möchtest. Ist es schmückendes Beiwerk? Liefert es wichtige Informationen, die an keiner anderen Stelle stehen? Dient es als Visualisierung von dem, was Du im Text schreibst? Was ist das Wichtige an dem Bild, welche Information willst Du damit vermitteln?

Damit kannst Du auch direkt die Notwendigkeit und den Nutzen des Bildes überprüfen.

Schritt 2: Finde heraus, wo Du die Bildbeschreibung hinzufügen kannst.

Das Beste an diesem Schritt: Du musst ihn pro Plattform nur einmal gehen! Wenn Du einmal herausgefunden hast, wo du die Bildbeschreibung hinterlegen kannst, musst Du es später nur noch umsetzen.

Je nachdem, in welcher Programmumgebung Du Dich befindest, ist der Weg zur Bildbeschreibung ein anderer. Exemplarisch daher hier einige Social Media Plattformen:

  • In der Twitter Web App findest Du nach dem Hinzufügen eines Bildes direkt darunter das Feld “Beschreibung hinzufügen”. In der Android App erscheint nach dem Bild-Upload ein Feld “+ALT” zum Hinzufügen der Bildbeschreibung.
  • Wenn du bei LinkedIn im Browser ein Bild hochlädst, erscheint direkt oben rechts in der Ecke “Alt-Text hinzufügen”. In der Android App gibt es keine Möglichkeit, eine Bildbeschreibung zu hinterlegen.
  • Bei Facebook im Browser ist schon ein Schritt mehr nötig: Nach dem Upload musst Du zunächst auf “Bearbeiten” klicken, bevor Du unter “Alternativtext” die Bildbeschreibung eingeben kannst. Facebook schlägt Dir hier allerdings sogar schon etwas vor!
  • Instagram auf Android hat die Bildbeschreibung von den Diensten, die ich regelmäßig nutze, am “besten” versteckt. Nachdem Du das Bild hochgeladen und bearbeitet hast, gelangst Du über “Erweiterte Einstellungen” zum Feld “Alternativtext eingeben”.

Schritt 3: Fasse Dich kurz und beschreibe!

Das Wichtigste kommt natürlich jetzt: das Verfassen der Bildbeschreibung. Das Wort beschreibt bereits, was zu tun ist – das Bild beschreiben. Was ist zu sehen? Eine Bildbeschreibung ist kein Ort für eine Interpretation oder vertiefende Informationen.

Hierbei hilft Dir der erste Schritt. Beschreibe nur die Dinge, die für Deine Aussage wichtig sind. Wenn Du zum Beispiel auf Instagram in einem Post Dein Outfit zeigen möchtest, ist eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Bestandteile, Farben und Materialien sinnvoll. Wenn Du damit aber nur zeigen möchtest, dass Du gerade in Paris vor dem Eiffelturm stehst, sind Deine Klamotten nicht relevant.

Bonus-Schritt: Male ein Bild mit Deinen Worten!

Nach drei Schritten hast Du jetzt bereits eine gute Bildbeschreibung. Im Bonus-Schritt kannst Du nun überprüfen, ob Du Deine Bildbeschreibung nicht doch noch etwas ausschmückst. Wie ist die Stimmung? Kannst Du wichtige Details noch genauer beschreiben? Einem Bild kannst Du durch Fokus, Perspektive und Licht mehr Ausdruck verleihen. Genauso bietet auch die Bildbeschreibung die Möglichkeit, durch den gezielten Einsatz von passenden Wörtern ein ausdrucksstarkes Bild im Kopf der Hörenden zu malen. Der Grundsatz “Fasse Dich kurz” bleibt natürlich bestehen. Es gilt:

So kurz wie möglich, so lang wie nötig.

Mehr zum Thema Bildbeschreibung gibt es dann im Januar auf dem barrierefrei·Blog. Mit diesen 3+1 Schritten kannst Du jetzt aber direkt loslegen und noch heute für mehr Barrierefreiheit in Deinem Web- oder Social Media Auftritt sorgen.

Dabei wünsche ich Dir jetzt viel Spaß!


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