Joe Biden zieht ins Weiße Haus – 5 Punkte, die er jetzt angehen sollte

Dear Mister President-elect Joe Biden,
Sie haben es geschafft!

Seit 3 Tagen ist es offiziell. Sie werden am 20. Januar 2021 in das weltbekannte und ehrwürdige Weiße Haus einziehen. Zu diesem Erfolg möchte ich Ihnen von ganzem Herzen gratulieren. Die vergangenen Monate waren hart und auch die kommenden Wochen werden sicher kein Spaziergang. Und dennoch muss ich Ihnen bereits jetzt sagen, dass Sie noch heute mit den Vorbereitungen für Ihren Umzug beginnen sollten!

Mit Verlaub, Mr. President-elect, Sie werden zum großen Umzugstag bereits 78 Jahre alt sein. Das ist ein Alter, in dem auch der Körper des fittesten Menschen langsam Abnutzungs- und Ermüdungserscheinungen zeigt. Hinzu kommt der fordernde und sicher zuweilen stressige Alltag als Präsident der USA. Gerade dann sollte doch das eigene Zuhause, und in Ihrem Fall zugleich der eigene Arbeitsplatz, den größtmöglichen Komfort bieten.
Oder?

Als einer der mächtigsten Männer der Welt wird es Ihnen natürlich ein Leichtes sein, im Fall schleichender oder plötzlicher Beschwerden für eine sofortige Anpassung der Umgebung sorgen zu lassen. Aber muss es soweit kommen? Ist es nicht schöner, sich guten Gewissens um die Gegenwart zu kümmern? Egal was kommt, wenn Sie jetzt die ersten Vorbereitungen treffen oder zumindest anschieben, ist das Weiße Haus bereit für die kommenden Jahre mit Ihnen als Bewohner.

Das Oval Office – der ideale barrierefreie Arbeitsplatz

Herzstück des Weißen Hauses ist natürlich Ihr offizieller Arbeitsplatz: das Oval Office. Schon die Anlage des Raums bietet sich aus Sicht der Barrierefreiheit an. Durch die ovale Form können Sie von Ihrem Schreibtisch, dem Resolute Desk, ohne große körperliche Anstrengung den gesamten Raum überblicken und mit allen Anwesenden kommunizieren. Umständliche Drehungen werden somit reduziert. Wunderbar!

Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, hat auch Ihr Vorgänger Franklin D. Roosevelt weitgehend auf die Benutzung eines Rollstuhls angewiesen. Ob auch ein moderner Rollstuhl unter dem Resolute Desk Platz findet, sollten sie rechtzeitig herausfinden. Andernfalls müssten sie wie einige Ihrer anderen Amtsvorgänger auf einen anderen Schreibtisch ausweichen. So schön dieses Möbelstück auch sein mag und so reich seine Geschichte ist: Sie stehen im Mittelpunkt und sollten so komfortabel wie möglich arbeiten können. Der Alltag wird sicher genug Unangenehmes bereithalten, da sollte nicht auch noch die Arbeit am Schreibtisch unbequem sein.

Sichtbar in der Pressekonferenz – auch ohne Stufen

Ihr Vorgänger George W. Bush hat den Press Briefing Room erst 2007 renovieren lassen. So schön der Raum nun auch sein mag, es gibt ein zentrales Problem: das Podest.

Natürlich sollten sie und Ihre Mitarbeitenden im Fokus der Pressekonferenzen stehen. Ein Podest macht daher an dieser Stelle auf jeden Fall Sinn. Aber wozu die Stufe? Neben der grundsätzlichen Gefährlichkeit bietet es sicher auch kein gutes Bild, beim Betreten der Bühne zu stolpern. Das lässt sich vermeiden!

Lassen Sie eine kleine Rampe anfertigen, die direkt zur angrenzenden Tür führt. So können Sie den Raum stufenlos und sicher betreten – auch mit Gehhilfen oder im Rollstuhl.

Teppiche, Teppiche, Teppiche – Vorsicht!

In allen Bereichen des Weißen Hauses sind Teppiche verlegt. Es handelt sich dabei natürlich um wunderschöne Stücke, gefertigt aus exquisiten Materialien. Und doch sind Teppiche ein wichtiger Punkt bei der Vermeidung von Unfällen im eigenen Zuhause.

2017 wurden für fast 1,2 Millionen Dollar die Teppiche im West Wing ausgetauscht. Ich gehe davon aus, dass dabei sorgfältig gearbeitet wurde und alle Teppiche rutschsicher und ohne trügerische Aufkantungen verlegt wurden. Lassen Sie das bitte auch in den anderen Bereichen überprüfen! Überall wo es möglich ist, sollten die Teppiche möglichst entfernt werden.

Treppen sind grundsätzlich Barrieren

Sie erinnern sich sicher an die durch-inszenierte Rückkehr Ihres Vorgängers Donald Trump nach seiner Covid-19-Behandlung im Krankenhaus. Sichtlich mit Atemnot kämpfend erklomm er die Stufen des Südportikus‘. Diese wurden zwar erst 2017 erneuert, doch ein Treppengeländer wurde dabei nicht angebracht. Was Donald Trump den Aufstieg erleichtert hätte, würde Ihnen auch den sicheren Weg auf den Treppen zum Südrasen ermöglichen.

Nach den öffentlich zugänglichen Unterlagen gibt es im Villa-Altbau des Weißen Hauses drei Aufzüge. Ich kann nur hoffen, dass es mindestens einen gibt, der auch Ihren Wohnbereich erschließt. Sollte es keine Möglichkeit geben, einen solchen nachzurüsten, prüfen Sie eine Änderung der Raumbelegung. Grundsätzlich ist es besser, die Wohn- und Schlafräume im Erdgeschoss anzuordnen. Ich bin mir aber sicher, dass es für Sie eine Lösung gibt, ohne das Weiße Haus vollständig auf den Kopf stellen zu müssen.

Das barrierfreie Bad – auch Präsidenten müssen mal

35 Badezimmer sind natürlich eine ganze Menge. Doch auch diese können zu wenig sein. Wenn Sie kein ausreichend großes Badezimmer zur Verfügung haben, stellt das im Fall von krankheits- oder altersbedingten Einschränkungen ein enormes Problem dar.

Sorgen Sie daher jetzt vor und lassen Sie ein barrierefreies Bad einbauen. Vielleicht können zwei der 35 Badezimmer zusammen gelegt werden? Ein gut geplantes Bad ohne Barrieren muss nicht riesig sein – es kann aber. Ich gehe davon aus, dass es ein entsprechendes Platzangebot im Weißen Haus gibt.

Meine Empfehlung daher: legen sie das zentrale barrierefreie Bad großzügig an. Neben einer schwellenlosen Dusche gehören natürlich noch einige andere Punkte dazu. Melden Sie sich doch direkt bei mir, dann klären wir alles Notwendige. Schicken Sie einfach eine E-Mail an kontakt@martin-schienbein.de


Barrierefrei wohnen schafft ein Zuhause im Glück

Okay, seien wir realistisch: die Wahrscheinlichkeit, dass meine obigen Ausführungen den künftigen US-Präsidenten erreichen, ist nahezu nicht existent. Ich wünsche ihm trotz seines fortgeschrittenen Alters eine glückliche Hand und beste Gesundheit während seiner Amtszeit.

Was für das Weiße Haus gilt, gilt allerdings auch für jedes andere Zuhause: wer rechtzeitig an die Zukunft denkt und sich um Barrierefreiheit bemüht, kann später komfortabel und selbstbestimmt in Würde zu Hause leben. Und das wünsche ich nicht nur Joe Biden, sondern allen Menschen.

Meine Aufforderung an den President-elect gilt auch für Dich: schick mir eine E-Mail an kontakt@martin-schienbein.de oder melde Dich über die Kontaktseite bei mir. Gemeinsam sorgen wir für Dein Zuhause im Glück – auch wenn es kein weißes Haus ist.


Bildnachweise
Titelbild: Canva
Joe Biden: Gage Skidmore, lizensiert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic