Wieso ist Barrierefreiheit nicht selbstverständlich?

Immer wieder wird mir bestätigt, dass mein Herzensthema ein äußerst wichtiges ist. Und es stimmt ja auch: Barrierefreiheit geht uns alle an. Was könnte also wichtiger sein, als ein Thema, das uns alle angeht?
Nur, wenn das Thema so wichtig ist, warum ist Barrierefreiheit dann nicht selbstverständlich?

Ist es zu nischig?

Selbst wenn wir einen Gang runter schalten und nur die gesetzlich definierte „Zielgruppe“ von Barrierefreiheit betrachten, ist es kein Nischenthema. In Deutschland leben über 10 Millionen Menschen mit Behinderung. Die meisten Behinderungen werden im Laufe des Lebens erworben – egal ob vorübergehend oder bleibend.

Grundsätzlich besteht also auch für Menschen ohne Behinderung eine gewisse Wahrscheinlichkeit, selbst einmal auf Barrierefreiheit angewiesen zu sein. Damit bin ich ganz schnell wieder bei: Barrierefreiheit geht uns alle an.

Ist es zu teuer?

Das ist ein beliebtes Scheinargument. Natürlich kostet Barrierefreiheit Geld. Je später Du damit anfängst, desto mehr sogar. Aber schlussendlich kostet doch alles Geld. Wenn Du bei einem Gebäude auf Brandschutz, Fenster und Dach verzichtest, wird es schlagartig erheblich günstiger. Dafür hast Du dann aber auch ein Haus, in das es reinregnet und das im Zweifel schneller abbrennt, als Du gucken kannst.

Ist es zu aufwändig?

Das schließt sich nahtlos ans Thema Geld an. Alles, was beachtet und umgesetzt wird, bedeutet Aufwand. Es ist genauso aufwändig, wider besseren Wissens stets neue Barrieren zu errichten und Barrierefreiheit zu ignorieren – oder gar aktiv zu umgehen. Gefühlt wird oft länger darüber diskutiert, ob Barrierefreiheit denn jetzt sein muss oder ob es nicht einen Weg ohne gibt, als für die tatsächliche Lösung von barrierebezogenen Fragestellungen benötigt wird. DAS ist Aufwand – vor allem für Menschen wie mich, für die Barrierefreiheit selbstverständlich ist.

Machen wir es also selbstverständlich!

Ob es eine Antwort auf die Einstiegsfrage gibt, weiß ich nicht. Ich bin gespannt, ob sie mir jemand geben kann!

Bis dahin sehe ich es als meine Aufgabe an, Barrierefreiheit als Selbstverständlichkeit zu etablieren. Und Du kannst mich dabei unterstützen! Denn Barrierefreiheit fängt im Kopf an. Wenn Du häufiger meinen Blog liest oder den Podcast hörst, denkst Du vermutlich schon von Grund auf barrierefrei. Sorge also dafür, dass das auch andere tun: leite ihnen Podcast-Episoden oder Blog-Artikel weiter und frage regelmäßig nach, wieso nicht von Grund auf barrierefrei gehandelt wird.

Die regelmäßige Erinnerung kannst Du auch mich übernehmen lassen. Jeden Montag gibt es eine neue Ausgabe des barrierefrei·Newsletters. Dort findest Du Impulse und Gedanken zu Barrierefreiheit, lesenswerte Artikel und wertvolle Veranstaltungs-Tipps. Für Dich oder für andere. Melde Dich direkt an und leite den Newsletter jeden Montag an die relevanten Entscheider*innen weiter:

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